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Freitag, 4. November 2016

Neue Pläne zu Briefkastenfirmen

Finanzminister Schäuble hat neue Pläne zur Bekämpfung von Briefkastenfirmen vorgelegt. Danach müssen Steuerpflichtige und Banken Geschäftsbeziehungen zu Briefkastenfirmen in sog. Drittstaaten offenlegen und zwar unabhängig von einer Beteiligung. 

Wer das nicht tut, soll ein Bußgeld zahlen müssen und kann ggfls. auch wegen (schwerer) Steuerhinterziehung verfolgt werden.

Soweit, so gut? Eher nicht. Was sich so einfach anhört, ist so einfach nicht. Natürlich weiß ich, dass ich mit einer Briefkastenfirma arbeite, wenn ich sie selbst unmittelbar oder mittelbar über Treuhänder gegründet habe. Wenn ich aber einem Unternehmen auf den Bahamas etwas verkaufe - z B. eine Immobilie - ist es mir aber gar nicht möglich, etwaige Hintermänner zu identifizieren, weil ich auf diesbezügliche Fragen keine oder eine falsche Antwort erhalte. Soll ich dann von dem Geschäft Abstand nehmen müssen, weil ich ja nicht sicher sein kann, dass es sich bei meinem Partner nicht um eine Briefkastenfirma handelt? 


Samstag, 11. Juni 2016

Briefkastenfirmen und Körperschaftsteuer

Die eine oder andere Briefkastenfirma ist gar keine. Sie unterliegt nämlich der deutschen Körperschaftsteuer. § 1 KStG knüpft die Körperschaftsteuerpflicht nämlich an die Geschäftsleitung oder den Sitz im Inland an.

Wer also zwar einen Treuhänder im Ausland hat, aber alle Entscheidungen, die die Körperschaft betreffen, im Inland trifft, der zahlt am Ende auf schwarz erzielte Einkünfte nicht nur Einkommensteuer, sondern für die Körperschaft auch Körperschaftsteuer.

Das ist dann kein gutes Geschäft.

Dienstag, 12. April 2016

Panama Papers führen zu Aktionismus

Unter 


kann man abrufen, was nun alles gefordert wird und geschehen soll.

Gefordert wird die Kooperation von Panama, sonst werden bestimmte Finanzgeschäfte in Panama geächtet. Aha! Welche denn? Wann ist genug kooperiert und wann nicht? Warum nur solche, die in Panama stattfinden? Warum nicht die in anderen Staaten? Nicht nur in Panama hängen Briefkästen!

Schwarze Listen sollen vereinheitlicht werden. Gute Idee. Aber Deutschland hat aktuell gar keine.

Ich habe es immer geahnt. Steuerhinterziehung ist so etwas ähnliches wie Mord. Das müssen wir bei der Verfolgungsverjährung beachten. Endlich gehen die Überlegungen unserer Politiker in die richtige Richtung.

Nur am Rande: Diese sog. Transparenzregister halte ich für fragwürdig. Es gibt - jedenfalls in Deutschland - das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Das beinhaltet auch, dass ich mich im Rechtsverkehr anonym bewegen darf. Den Finanzbehörden muss ich bei alledem auch schon heute offenlegen, dass ich über einen Treuhänder an einer Gesellschaft beteiligt bin.

Samstag, 9. April 2016

Panama Papers und die Bundesdruckerei

Man reibt sich die Augen: 

Die Bundesdruckerei hat eine von Mossack & Fonseca gegründete "Briefkastenfirma" genutzt, um über diese Geschäfte mit Venezuela zu machen. An dem, was ein Informant zu dubiosen Geschäften dieser Gesellschaft zu sagen hatte, war Herr Schäuble und auch sein Staatssekretär nicht interessiert.

Weiteres bei Spiegel online:

Freitag, 8. April 2016

Nachlese zu "Maybrit Illner"

Man lernt immer wieder dazu ... und hat vielfach ein Deja-vu.

Immer dann, wenn ein Skandal - oder was man dafür hält - aufgedeckt wird, übertreffen sich Politiker über alle Parteigrenzen hinweg mit "guten" Vorschlägen. Geht es um Steuerhinterziehung, sind das in den allermeisten Fällen Verbote und der Ruf nach härteren Strafen.

Die, die sich ihren Verpflichtungen entziehen wollen, werden dafür immer einen Weg finden. Und es wird auch immer Staaten geben, die die dafür nötigen Rahmenbedingungen vorhalten.

Liebe Politiker, schafft endlich ein für alle Bürger nachvollziehbares Steuersystem mit angemessenen Steuersätzen. Dann gibt es keine Steuerflucht mehr.

Eine Belastung mit direkten und indirekten Steuern von 50 % ist nicht akzeptabel. 

Und noch eines: Gebt das Geld, für das die Bürger hart arbeiten, nicht mit vollen Händen aus, sondern wirtschaftet ordentlich!